Wahlprogramm 2020

Liebe Weezer*innen,

wir freuen uns über Ihr/dein Interesse an unserem Kommunalwahlprogramm.
Hier stellen wir unsere Ideen für ein schönes, lebenswertes und nachhaltiges Weeze vor.
Du findest das die richtigen Ansätze? Wir haben Sie überzeugt?

Gemeinsam können wir das Weeze von morgen gestalten:
Unser Wahlprogramm – ein guter Grund am 13.09. GRÜN zu wählen:

GRÜN IST umweltfreundliche Mobilität

Busverbindungen in Weeze und bis in die Ortschaften müssen dafür sorgen, dass alle Mitbürger*innen auch ohne eigenes Fahrzeug und bis ins hohe Alter mobil bleiben, um auch am sozialen Leben teilnehmen zu können.

In Anbetracht unser Grenznähe wünschen wir uns eine Busverbindung über Wemb und die Maasduinen bis nach Venray und auch häufigere Busverbindungen zu den Nachbargemeinden mit einer zusätzlichen Buslinie.

Der steigenden Elektromobilität muss durch weitere Ladestationen im öffentlichen Raum Rechnung getragen werden. Wir wollen, dass unsere Gemeinde Ihren Fuhrpark Zug um Zug auf emissionsarme / -freie Fahrzeuge umstellt. (Wasserstoff / Elektromobilität)

Wir fordern mehr Raum für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen. Dazu braucht es gut ausgebaute Fuß- und Radwegen innerorts und außerhalb bis zu den Nachbargemeinden, mehr und bessere Fahrradständer und die Einführung von Zebrastreifen innerhalb des Gemeindegebietes.

Wir fordern, dass Weeze Mitglied im AGFS wird, der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW.

Der Blick nach Geldern, Goch und Kevelaer zeigt, dass Anruftaxen, Lastenräder und Carsharing funktionieren. Wir wollen diese Themen in Weeze ebenfalls angehen.

Wir wollen einen nachhaltigen und attraktiven ÖPNV. Dafür muss die Bahnlinie ausgebaut, die Taktung erhöht und die Zuverlässigkeit verbessert werden. Am Bahnhof sind noch mehr Fahrradboxen nötig. Eine gute Beleuchtung rund um den Bahnhof herum, ist für uns eine Selbstverständlichkeit.

GRÜN IST Wirtschaft und Finanzen

Ziel innerhalb der Wahlperiode muss sein, den durch die Pandemie angespannten Haushalt zu konsolidieren und zukunftsfähig auszurichten. “Wachsen um des Wachsens willen” darf nicht mehr der Leitfaden des kommunalen Handelns sein.

Es sollten zukünftig keine kommunalen Fördergelder mehr für den Flughafen aufgewendet werden. Vielmehr sollte der Hauptgesellschafter seiner Kapitaleinlageverpflichtung nachkommen.

Der Flugbetrieb ist seit vielen Jahren defizitär. Somit ist gerade in einer angespannten Haushaltslage kein Raum für andauernde millionenschwere Förderprogramme.

Es muss eine Überplanung der Flughafenfläche erfolgen, um Wohn-, Freizeit- und Gewerbeflächen zu ermöglichen. Die bisherigen Gewerbeansiedlungen sollten zumindest aufgrund eines Bestandsschutzes erhalten bleiben. Dies gilt auch für die Publikumsmagnete “Parookaville” und “Mud Masters”. Ferner sollte der Bebauungsplan derart geändert werden, dass die Flughafenaffinität für neu anzusiedelnde Gewerbebetriebe aufgehoben wird.

Den ständig fortschreitenden Flächenfraß sehen wir mit großer Sorge. Neue Gewerbegebiete dürfen nur bei konkretem lokalem Bedarf und nach Prüfung möglicher Alternativen versiegelt werden. Deshalb wollen wir eine Flächenbedarfsanalyse für das lokale Gewerbe. Wir sind gegen die Ausweisung des Gewerbegebietes „Wissensches Feld“. Neben dem Problem der weiteren Flächenversiegelung kann dort die Verkehrsinfrastruktur nur äußerst aufwendig angelegt werden und ist deshalb unverhältnismäßig teuer.

Wir wollen ein Gründerzentrum z.B. in den Räumen der Petrus-Canisius Schule errichten, um die Zukunftsfähigkeit des lokalen Gewerbes weiter zu fördern. Ein gutes Beispiel hierfür stellt das GGK in Kalkar dar. Ferner können Standortfaktoren wie die Nähe zur Hochschule in Kleve und zu unseren niederländischen Nachbarn genutzt werden. Des Weiteren sollten auch die lokalen Netzwerke wie Werbering und Wirtschaftsförderung mit einbezogen werden.

Weeze soll Fairtrade-Town werden, damit die kommunale Beschaffung nicht nur an finanziellen, sondern auch an sozialen und ökologischen Werten ausgerichtet wird.

Der Wirtschaftsstandort am Alten Markt muss gestärkt werden. Hierzu möchten wir die Verbindung zwischen dem Alten Markt und dem Cyriakusplatz mit wirtschaftlichem Leben füllen, damit Fußgänger*innen und Radfahrer*innen auch dorthin gelenkt werden. Für Fahrräder müssen zusätzliche Abstellplätze und E-Bike Ladestationen vorhanden sein, außerdem wäre es wünschenswert attraktive Verweilplätze zu gestalten. Alle würden von einer ansprechenden und verkehrssichernden Beleuchtung profitieren. Gleiches gilt für die Leitung der Passantenströme bei Realisierung der Niersbrücke und einer fußgängerfreundlichen Gestaltung des Wattonplatzes.

Die Weiterentwicklung des Ortskerns muss stärker auf die Einbeziehung der Bürger*innen ausgerichtet werden. Fragestunden und Bürger*innenbeteiligungen sollen regelmäßig stattfinden und zusätzlich sollen Ideenwettbewerbe ausgerichtet werden.

Die Stärkung des lokalen Einzelhandels ist ein wichtiger Baustein zur Erhaltung der Attraktivität des Ortskerns und der Verbesserung der Einnahmesituation der Gemeinde. Die Wirtschaftsförderung der Gemeinde soll Kampagnen entwickeln, um verstärkt Kaufkraft in den Ort zu ziehen. Eine Vernetzung der ansässigen Betriebe über Unternehmerfrühstücke und fachliche Veranstaltungen kann zu einer weiteren Stärkung des Sektors beitragen.

GRÜN IST Natur -, Umwelt– und Klimaschutz ernst nehmen

Der Klimawandel ist die derzeit größte Herausforderung, der wir uns alle stellen müssen. Die Erderwärmung muss auf 1,5 Grad gegenüber dem Niveau zu Beginn der Industrialisierung begrenzt werden, um auch zukünftigen Generationen eine lebenswerte Welt zu erhalten. Die Auswirkungen des Klimawandels sind auch in Weeze zu erkennen, deshalb hat das Thema für uns die höchste Priorität.

Wir Grüne unterstützen alle Maßnahmen zum Natur- Umwelt und Klimaschutz. Zur Umsetzung fordern wir die Erstellung eines Klimaschutzkonzeptes.

Wir setzen uns dafür ein, dass die Artenschutzbeauftragte der Gemeinde Weeze durch ein höheres Stundenkontingent mehr Möglichkeiten bekommt, um den Weezer Bürger*innen weitere wertvolle Projekte wie zum Beispiel eine Beratung zu naturnahen und insektenfreundlichen Gärten, den Verzicht von Pestiziden, oder die Anlage von Dachbegrünung anbieten zu können.

Die Förderung von weiteren Blühstreifen, Biotopen und Streuobstwiesen auf privaten, aber auch auf Flächen der Gemeinde, soll ausgebaut werden.

Weeze soll „pestizidfreie Gemeinde“ werden.

Die Bedeutung des Baumes für das Klima auf der Erde ist unumstritten. Die Anpflanzung von neuen Bäumen ist eine wirksame Maßnahme gegen den Klimawandel. Projekte wie Bürgerwald, Baumpaten etc. wollen wir vorantreiben.

Wir wollen mehr stressresistente heimische Bäume in unserer Gemeinde, da Bäume für ein gutes Klima sorgen. Sie regeln die Temperatur, spenden Schatten, filtern die Luft und machen unsere Gemeinde noch schöner.

Unser Trinkwasser muss geschützt werden vor schadhaften Fremdeinträgen aller Art wie z.B. vor Nitrat.

Wir setzen uns dafür ein, dass keine weiteren Flächen in unserer Gemeinde zur Auskiesung freigegeben werden. Auf riesigen Flächen ist die schützende Bodenschicht abgetragen worden und die dort lebende Mikrofauna in der belebten Bodenschicht, aber auch im Grundwasser selber, entfernt worden. Dadurch ist dort der eigentlich kostenlose Filter für das Grundwasser unwiederbringlich verloren gegangen. Bereits ausgekieste Flächen müssen hochwertig ökologisch gestaltet werden.

Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist weiterhin das beste Mittel gegen den Klimawandel und muss gerade bei Neu – oder Umbauten Anwendung finden.

Wir wollen grundsätzlich einen sparsamen Umgang mit der Fläche. Wertvolles Ackerland gilt es zu erhalten und wo möglich wollen wir Flächen wieder entsiegeln.

Bei allen Aufgaben und Maßnahmen der Gemeinde Weeze ist grundsätzlich zu prüfen, ob es klima- und umweltfreundlichere Alternativen gibt.

GRÜN IST da wohnen zu können wo man leben möchte

Ein wesentlicher Fokus ist hierbei auf bezahlbares Wohnen zu legen. Hieraus ergibt sich die Notwendigkeit, die bisherige Ausweisung von überwiegend freistehenden Einfamilienhäusern zu überdenken. Auch alternativen Wohnformen wie z.b. Mehrgenerationenwohnen oder Tiny Houses ist dabei Raum zu schaffen.

Die Ausweisung von einem Baugebiet in Wemb soll im Rahmen der Nachhaltigkeit zukunftsfähig und ökologisch verantwortungsvoll sein. Dabei soll das Demographie-Konzept der Gemeinde ebenso berücksichtigt werden wie die Tatsache, dass wir durch die nahen Hochschulen in Kleve, Krefeld und den Niederlanden bei Studierenden als Wohnort immer beliebter werden.

Bei allem ist weiter auf die Förderung von nachhaltigem Bauen, naturnaher Gestaltung und Energieeffizienz zu achten. Die öffentliche Infrastruktur und der örtliche Handel sollen mitwachsen, da wir weiterhin unsere Gemeinde als lebenswerten Ort gestalten und erhalten wollen.

GRÜN IST Digitalisierung

Wir halten es für überfällig, das Weeze auch auf weiteren Social-Media Kanälen präsent ist. Nachdem sich der Auftritt der Gemeinde Weeze bei Facebook etabliert hat, sollte nunmehr auch Instagram bespielt werden, um die kommunalen Vorgänge der jüngeren Generation nahe zu bringen und damit einer drohenden Politikverdrossenheit entgegenzuwirken.

Ferner ist für die Gemeinde Weeze eine Digitalisierungsstrategie zu entwickeln. Diese könnten live übertragene Ratssitzungen oder online Anträge an die Verwaltung beinhalten.

Das Ideen- und Beschwerdemanagement soll aufgewertet werden. Als Vorbild kann die Stadt Bonn dienen, wo Mängel direkt über eine Karte eingegeben und verfolgt werden können. (https://anliegen.bonn.de/node/add/report)

Darüber hinaus soll der Glasfaserausbau konsequent fortgeführt werden, um die Zukunftsfähigkeit der Gemeinde sicherzustellen. Spätestens die Pandemie hat gezeigt, dass Konzepte des Arbeitens von zu Hause aus eine gute Infrastruktur benötigen.

Weiterhin halten wir es für wichtig, die Schulen im Digitalisierungsprozess zu unterstützen. Hier müssen wir alle Landes- und Bundesprogramme ausschöpfen, um unsere Schulen und Schüler*innen digital gut auszustatten, sodass der Umgang mit digitalen Endgeräten und digitales Wissen vermittelt werden können.

GRÜN IST Soziales und Kulturelles

In Weeze haben viele Menschen mit verschiedenen Wurzeln und Hintergründen ihre Heimat gefunden.

Die Integration aller Bürger*innen, unabhängig von Alter, Geschlecht, sexueller Orientierung, Religion und Herkunft, ist wichtig und trägt zu einer bunten kulturellen Vielfalt bei.

Unterstützen möchten wir Veranstaltungen und Einrichtungen, die kulturellen Austausch fördern, wie zum Beispiel der Wellenbrecher oder das “Netzwerk Weeze”.

Wir schätzen die Arbeit der zahlreichen ehrenamtlichen Weezer*innen. Durch Ihre Tätigkeit unterstützen Sie die lokalen Vereine in Sport, Kunst und Kultur, genauso wie das Café Konkret und sorgen durch ihr ehrenamtliches Engagement für ein breites und abwechslungsreiches Angebot in unserer Gemeinde. Für uns ist es wichtig, dass die verschiedenen ehren- und hauptamtlichen Bereiche in guter Kommunikation und Kooperation stehen.

Wir wollen die Pflege- und Gesundheitsangebote in Weeze sichern und falls notwendig ausbauen. Der demographische, ökologische und soziale Wandel stellt auch unsere ländliche Gemeinde vor große Herausforderungen. Hier wollen wir unseren Demographie-Beauftragten weiter unterstützen. Gerade auch die COVID-19 Pandemie zeigt uns auf, wie fragil unsere gesellschaftlichen Strukturen sind und wie die Schere zwischen Arm und Reich immer größer wird. Insbesondere Alleinerziehende, chronisch Kranke, Geringqualifizierte und Menschen mit Migrationshintergrund, aber auch zunehmend Senioren*innen und Selbstständige sind von Armut betroffen. Hieraus können soziale Ausgrenzungen und geringere Teilhabechancen entstehen.

Wir fordern die Gemeinde Weeze auf, sich beim Kreis Kleve für die Aufnahme in das Bündnis „Städte Sicherer Häfen“ stark zu machen. Damit Menschen, die aufgrund von Krieg, Verfolgung oder Hunger fliehen mussten, eine neue Perspektive geboten bekommen. Gesellschaftliche Spaltung, wie sie von politischen Extremist*innen und Populist*innen betrieben werden, lehnen wir entschieden ab und setzen uns für ein demokratisches Miteinander ein.

GRÜN IST Bildung:

Alle Kinder sollen gerechte Startchancen bekommen. Das ist die Voraussetzung, um Bildungsarmut zu verhindern.

Wir wollen, dass Kinder in allen Schulen gute Bedingungen haben: gut ausgebildete Lehrer*innen und erreichbare Sozialarbeiter*innen, gute Betreuung bis in den Nachmittag, funktionierende Toiletten und Turnhallen, genauso wie WLAN und Whiteboards.

Der Ausbau der Kinderbetreuung für U2 Kinder ist genauso wichtig, wie flexiblere Stundenkontingente. Hier ist auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen durch mehr Flexibilität zu reagieren. Selbiges soll für die vorhandenen Betreuungsmöglichkeiten an beiden Weezer Grundschulen gelten.

In allen Bildungseinrichtungen soll regionales, saisonales und biologisches Essen angeboten werden. Vegetarische Gerichte sollen überwiegen. Ergänzt mit Trinkwasserspendern wollen wir hier ein Zeichen für gesunde Ernährung und die Unterstützung der ökologischen Landwirtschaft setzen.

Weeze hat leider keine weiterführende Schule mehr, hier sehen wir Handlungsbedarf und unterstützen gerne gute Ideen. Die Chance auf eine weiterführende Schule unter einem privaten oder öffentlichen Träger ist in der nahen Zukunft zu forcieren, um weitere Infrastruktur im Bereich Bildung für die Weezer Kinder zur Verfügung stellen zu können.

Die Gemeinde sollte den Bedarf an Kitas und Grundschulplätzen regelmäßig prüfen, um die bisherige gute Qualität für die Zukunft zu sichern.

Wir freuen uns über das bereits gut funktionierende „Netzwerk Weeze“. Hier wird eine erfolgreiche Arbeit für Chancengleichheit und Inklusion geleistet. Diese gilt es bedarfsgerecht zu unterstützen.

Wir freuen uns, auf Ihre/deine Fragen oder Anmerkungen, per E-Mail an kontakt@gruene-weeze.de oder persönlich an einem unserer Infostände oder immer am ersten Donnerstag im Monat in unserem Büro.

Verwandte Artikel