Besuch bei Gartenbaubetrieb Peter Feegers

Themenreihe regionale Böden
In der vergangenen Woche haben wir den Gartenbaubetrieb von Peter Feegers im Rahmen unserer Themenreihe regionale Böden besichtigt. Die riesigen Treibhäuser voller Tomaten waren beeindruckend, obwohl, wie Feegers sagte, neue Treibhäuser in anderen Regionen um ein Vielfaches größer sind.
Bereits im Dezember kommen bei Feegers die neuen Pflanzen in die Treibhäuser, die auch im Winter auf 13 bis 17 Grad geheizt werden müssen. Die Pflanzen stehen jedoch nicht in Erde, wie man es zu Hause und auch in Bio-Betrieben machen würde, sondern in Steinwolle, die dann mit passenden Nährstoff-Substraten angereichert wird.
Zu der Frage nach dem Einsatz von Pestiziden antwortete Peter Feegers, dass er Encarsia (Schlupfwespe) gegen die weiße Fliege, Schwefel gegen Mehltau, Hummeln für die Bestäubung und die Wärme einsetzt, um der Feuchtigkeit, gerade in den frühen Morgenstunden entgegen zu wirken. Erst wenn trotz dieser Maßnahmen ein Befall auftritt würden Pestizide eingesetzt werden, doch dies sei dann nur noch ein- bis zweimal im Jahr nötig.
Der Einsatz von Pestiziden würde dann natürlich nicht nur die Schädlinge töten, sondern auch die Nützlinge. Zudem dürfe man nicht vergessen, dass Pestizide auch für den Menschen ungesund sind. Feegers darf die Pestizide mit seinem Sachkundenachweis zwar ausbringen, danach dürfen aber weder er noch die zwölf Mitarbeitenden, übrigens fast ausschließlich Menschen aus Weeze und Umgebung, für eine bestimmte Zeit in das Treibhaus, da sie sonst Anhaftungen der Pestizide an den Pflanzen ausgesetzt wären. Feegers versucht daher nach Möglichkeit den Einsatz zu vermeiden. Aufgrund dieser vielen Maßnahmen hatte Feegers auch eine Zertifizierung als Bio-Betrieb in Betracht gezogen, dies sei aber nicht ohne Weiteres möglich.
Bei dem Rundgang konnten wir die aufwendigen Handarbeiten vom Anbinden, Ausgeizen, Vereinzeln bis zur Ernte kennenlernen und auch schon reife Tomaten entdecken, denn ab März werden die ersten Tomaten geerntet. Eine umfangreiche Vermarktung vom Hof sei zu aufwendig, so Feegers. Daher bietet er einen Hofverkauf nur einmal in der Woche freitags an und vermarktet den größten Teil über Landgard in Herongen. Dies macht er gemeinsam im Verbund mit 15 anderen Tomatenbauern. Dadurch sind sie zwar nicht vor dem Preisdruck der Discounter und Supermärkte geschützt, sie haben jedoch deutlich bessere Vermarktungsmöglichkeiten.
Ist die Ernte im November abgeschlossen, werden die Pflanzenreste entsorgt und das Treibhaus wird gereinigt, damit für den nächsten Anbau wieder alles bereit ist.
Neben Tomaten baut Feegers kleine Mengen Gurken, Paprika und Pepperoni an. Für diesen Anbau bestellt er jedes Jahr Saatgut. Eine besonders beliebte Gurkensorte ist zu Feegers Bedauern aber nicht mehr zu bestellen, denn Monsanto stellt dieses Saatgut aus Kostengründen nicht mehr zur Verfügung, so dass diese Gurkensorte nun nicht mehr existiert. Dass ein einzelner Konzern derart über das Saatgut bestimmen kann, halten wir ebenfalls für ein großes Problem. Deshalb setzen wir uns europaweit dafür ein, dass es keine Patente auf Saatgut geben darf.
Fördermittel der EU gibt es im Gartenbau vor allem als Kredite für Neubauten und Investitionen. Eine jährliche Subventionierung gibt es hier, anders als in der Landwirtschaft, jedoch nicht.
Beim Abschied stellte unsere Vorsitzende Jessica Kruchem fest: „Es war ein sehr interessanter Austausch. Dass Tomatenanbau viel Arbeit ist, war allen klar, aber vor allem die hochtechnisierte Anbauweise mit computergestützter Steuerung durch verschiedene Sensoren und Fühler war beeindruckend. Und es freut uns besonders, dass obwohl der Betrieb konventionell geführt wird, viele sinnvolle Maßnahmen umgesetzt werden, die den Pestizideinsatz zumindest stark reduzieren.“

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