Antrag: Wir wünschen uns Weeze als pestizidfreie Kommune für biologische Vielfalt

Wir haben für die kommende Ratssitzung eine Reihe von konkreten Maßnahmen beantragt, um in Weeze nicht nur dem Bienensterben, sondern dem Verlust der Artenvielfalt insgesamt entgegenzuwirken.

Studien, die zeigen, dass neben den Insekten auch die Zahl an Vögeln und die Pflanzenvielfalt in den vergangenen Jahren dramatisch zurückgegangen sind, machen ein schnelles Handeln nötig. „Viele Initiativen sind jetzt aktiv geworden. Uns ist wichtig, dass die Aktivitäten für die biologische Vielfalt in Weeze auch nachhaltig festgelegt werden.“, erklärt Torsten Kannenberg.

Der wichtigste Punkt ist der Verzicht auf Pestizide. Pestizide töten nicht nur das sogenannte Unkraut ab, sondern ebenso die dort lebenden Tiere. Von Pestiziden gehen auch für den Menschen verschiedenste Gesundheitsgefahren aus, Rückstände werden immer häufiger im menschlichen Urin nachgewiesen und das Trinkwasser wird durch Pestizideinsatz gefährdet.

„Nach unserer Anfrage wurde uns gesagt, dass die Gemeinde kaum noch Pestizide verwendet. Ein kompletter Verzicht sollte daher relativ einfach umzusetzen sein und dann ist die Gemeinde ein Vorbild für die Bürgerinnen und Bürger, für Gewerbeflächen und für andere Kommunen.“, so Torsten Kannenberg weiter. Damit die Gemeinde auch öffentlich zeigt, dass in Weeze komplett auf Pestizide verzichtet wird, beantragen wir dazu, dass Weeze sich als „pestizidfreie Kommune“ beim BUND registrieren lässt.

Der Verzicht auf Pestizide ist aber nur ein Punkt. Darüber hinaus sollen in den kommenden Jahren schrittweise geeignete Flächen wie Wegränder oder Ausgleichsflächen zu bienen- und insektenfreundlichen Blühflächen entwickelt werden. „Durch immer großflächigere Monokulturen in der Landwirtschaft, durch immer mehr Auskiesung und durch immer weitere Baugebiete mit immer mehr verbauten Vorgärten ist das Nahrungsangebot für Bienen und Insekten in den letzten Jahren immer weiter zurückgegangen. Dem wollen wir damit entgegenwirken.“, ergänzt unsere Fraktionsvorsitzende Jessica Kruchem. Um auch dies öffentlichkeitswirksam zu präsentieren und um vor allem auch die vielfältigen Möglichkeiten des Erfahrungsaustauschs bei der Entwicklung insektenfreundlicher, artenreicher Flächen in anderen Kommunen zu nutzen, möchten wir außerdem, dass Weeze auch dem Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt e.V.“ beitritt. Denn vielfältige Streuobstwiesen, Blühstreifen an Wegrändern oder Pflegeumstellung durch Änderung der Schnitthäufigkeit, vieles haben andere schon erprobt und stellen ihre Erfahrungen dort zur Verfügung.

Bis dahin gestalten wir das Beet vor unserem Büro entsprechend weiter. Nachdem schon seit Januar viele Frühjahrsblüher den ersten Insekten als Nahrungsquelle zur Verfügung standen, wird es mit von Insekten beliebten Kräutern, vielfältigem Saatgut, Beeren und Gemüsepflanzen weitergehen.

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