Umweltschutz vertagt

Eigentlich wollten wir in der gestrigen Ratssitzung ein Zeichen für den Umweltschutz setzen und den Papierbedarf auf Recyclingpapier umstellen. Grade in der Zeit, in der Trump nichts vom Klimawandel wissen will und auch in Deutschland die CO2-Emissionen wieder steigen, wäre ein solches Zeichen wichtig. Doch die CDU braucht noch Beratungszeit. Damit vergehen noch mindestens 3 Monate, bis es zu einer Entscheidung kommen könnte. Dabei ist die Sachlage eigentlich klar. Jedes Blatt Recyclinpapier spart in der Herstellung so viel Energie wie das Kochen einer Tasse Kaffe, es müssen nicht unnötig Bäume gefällt werden und es gibt unserer Mülltrennung einen Sinn – und bei 500.000 Blatt Papier pro Jahr macht das auch etwas aus. Papier mit dem blauen Engel läuft auch auf allen Druckern. Das sagt die DIN EN 12281 und das haben auch die 15 führenden Druck- und Kopiergerätehersteller in einer freiwilligen Selbstverpflichtung bestätigt. Und auch die Landesverwaltung, zahlreiche Städte (Essen, Leverkusen, Gütersloh, Siegen, Rheine, Gelsenkirchen, Freiburg, Bonn, …) und viele Unternehmen (Deutsche Post, Deutsche Telekom, Lufthansa, Techniker Krankenkasse, froster, hipp, …) nutzen und werben für Recyclinpapier. Und auch wir haben in unserer Verwaltung und in unseren Schulen eine Vorbildfunktion.

Wir können über die Entscheidung nur den Kopf schütteln. Doch bei den aktuellen Mehrheitsverhältnissen haben wir keine andere Chance, als die Entscheidung zu akzeptieren.
Für ein wenig Erheiterung in der fast schon persönlichen Debatte hat die SPD gesorgt. Sie hat einen ähnlichen Antrag aus 1985 herausgekramt, der leider in Vergessenheit geraten ist.

Hier noch einmal der Antrag im Wortlaut:

Ökologisch drucken – Auf Recyclingpapier umstellen

Beschluss:

Die Verwaltung wird beauftragt, ab der kommenden Bestellung nur noch Papier mit 100% Altpapieranteil sowohl verwaltungsintern als auch für andere Einrichtungen wie zum Beispiel Schulen zu bestellen. Ausnahmen für repräsentatives Papier müssen aus nachhaltiger und legaler Waldbewirtschaftung (PEFC, FSC, …) stammen.

Begründung:

Der Schutz der Umwelt ist eine wichtige Aufgabe. Daher hat die Landesregierung in dem Tariftreue- und Vergabegesetz Nordrhein-Westfalen soziale und ökologische Standards für öffentliche Aufträge festgelegt und in der Verordnung konkretisiert. So ist beispielsweise nach §3 Absatz 2 der Verordnung „grundsätzlich nur Papier und Karton mit einem Altpapieranteil von 100 Prozent zu beschaffen“.

Eine Anfrage von uns hat ergeben, dass dies aktuell in Weeze noch nicht umgesetzt wird. Als Begründung wurden Bedenken gegenüber der Eignung des Papiers für die Drucker angegeben.

Viele andere Organisationen, Institutionen und Kommunen haben jedoch bereits ohne Probleme komplett auf Recyclingpapier umgestellt. Recyclingpapier mit dem Blauen Engel hat hervorragende Laufeigenschaften auf allen technischen Geräten und gibt es je nach Qualität sogar günstiger als herkömmliches Papier. Zudem haben die Verwaltung und vor allem die Schulen eine Vorbildfunktion. Gerade dort sollte vermittelt werden, dass der Schutz der Umwelt wichtig ist.

Wir sollten hier unserer Verantwortung und den gesetzlichen Vorgaben gerecht werden und bei dem verwendeten Papier auf Recyclingpapier umstellen.

Verwandte Artikel